Slow Business: How to?

Die letzten Wochen kam sehr viel Feedback auf meinen Artikel. Zum Teil kamen Gründer mit ihren eigenen Ideen bei denen sie technische Unterstützung oder Rat benötigen, zum Teil haben mir Gründer einfach nur erzählt, woran Sie gerade so arbeiten und wieder andere haben sie sich vor allem für meine eigene Idee interessiert, wie man den CO2 Footprint beim Software Engineering reduzieren kann.

Diesen Blogartikel will ich mal nutzen, um mich zu sortieren.

Was verstehe ich unter Slow Business?

Wenn ich mich mit Menschen unterhalte, die noch nicht mit der Thematik bekannt sind, muss ich immer erst mal erklären was ich damit meine. Es gibt das Slow Business Manifesto, aber am stärksten ist dann doch die eigene Geschichte:

  1. Ich war in der Vergangenheit Gründer von Startups, deren oberstes Ziel (schnelles) Wachstum war.
  2. Als ich davon genug hatte, dachte ich Solopreneur werden zu müssen, um selbstbestimmt und ohne Sorgen leben zu können. Denn ich kann ohnehin alles besser als meine Mitgründer und in Windeseile generiere ich €€€€MRR. Spoiler Alert: Hat nicht geklappt. Ich habe zwar etwas gestartet, aber dabei vor allem gelernt, dass Distribution/Marketing nicht mein Metier sind und ich einen Sparringpartner benötige.

Nach Erfahrungen beider Extreme beschreibe ich Slow Business dann als die goldene Mitte:

  • Unternehmensgründung zur Optimierung der eigenen Lebensqualität. Nicht für den Exit, sondern als Dienst gegenüber der Gesellschaft.
  • Realisiert, indem man die eigenen Lebensumstände kennt (und akzeptiert) und dies auch jedem anderen (Business Partner, Kunde, Dienstleister) zugesteht.

Ohne Thema geht es nicht

Solche Rahmenbedingungen legen eine Slow Business Gründung auf Langfristigkeit aus.
Dadurch ergibt sich inhärent eine Beschäftigung mit langfristigen und nachhaltigen Themen: Fragen, mit denen sich die Gesellschaft erst 2-5 Jahren beschäftigt.

Man kann nicht langfristig gründen, wenn man nur einem kurzfristigen Trend hinterher läuft.

Herauszufinden, was man eigentlich will, werde ich mich in einem separaten Blogpost noch einmal widmen. (Ich bin jetzt Mitte 30 – ich frage mich wenig anderes.)

Mantra: Solides Business Modell statt kurzfristiger Aufmerksamkeit

Meine letzten Gründungen waren auf Hypes ausgelegt (zuerst Facebook, dann Influencer Marketing.) Oberstes Ziel war immer Meinungsführerschaft: Sehr anstrengend zu erlangen und nach kurzer Zeit schon wieder verpufft, weil die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird.

Diesem, verlockenden und altbekannten Muster gilt es für mich derzeit zu widerstehen.

Ähnlich, wie man sich beim Meditieren immer wieder auf den eigenen Atem zurück besinnt, muss ich mich immer wieder daran erinnern, dass es nicht um kurzfristige Aufmerksamkeit sondern um ein langfristiges und solides Business Model geht.

Das benötigt ein Netzwerk von (Business) Partnern. Darüber aber auch ständig Arbeit an einem selbst: Allem voran vor allem die Geduld, sich mit Dingen zu beschäftigen, die nicht skalieren und der Versuch sich einer Thematik mit spielerischer Freude statt Erfolgsdruck zu nähern.

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Veröffentlicht von Klaus Breyer

a CTO and Startup Founder/Advisor, living in Berlin.

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